Ein böses Märchen...
...aus tausend finsteren Nächten
 
Studio-Album
 
erschienen: 2000 bei Rule 23
als: MC / Picture LP / CD

Sofort erkennt man hier, dass fast alle Lieder dieses Albums völlig neu und ziemlich Onkelz-untypisch klingen - abgedrehte Musikparts, Computerintros (wie bei "Dunkler Ort"), melodische Chorgesänge, ganz und gar nicht nach Onkelz klingende Vocals, usw. Und da dann auch noch die Digipak-Verpackung nicht wie ein Onkelz-Album aussieht ist klar: Es hat sich einiges geändert! Doch dann der Blick auf die Texte: Es ist doch noch einiges so, wie es sich gehört: Der Pathos, die Verbundenheit mit den Fans, die Abneigung gegen allerhand Scheiße, die Lebenserfahrung - alles, was die Onkelz ausmacht, ist nach wie vor ungeschminkt da. Und so ist "Ein böses Märchen" doch wieder ein echtes Onkelz-Album. Musikalisch deutlich weiterentwickelt und viel melodischer als zuvor - diesmal wurde auch weit mehr Arbeit in das gesamte Erarbeiten des Albums gesteckt als bei den Onkelz üblich. Die zwei Jahre Zeit wurden sehr gut genutzt, die Texte wie auch die Kompositionen wurden diesmal viel länger ausgearbeitet und ausgefeilt. Nie zuvor waren die Texte so durchdacht und so poetisch, nie zuvor war die Musik so melodisch und vielseitig, so experimentell und dennoch klar von den Onkelz. Das Album bietet viele starke Lieder, einige nicht so tolle, aber keine wahren Nieten - und auch kaum Top-Onkelz-Songs. Das Gesamt-Album kommt unterschiedlich an: Sehr viele finden es super, auch viele denen etwa "Viva los tioz" überhaupt nicht gefallen hat. Einige andere können sich jedoch mit dem neuen Stil auch überhaupt nicht anfreunden. Eines wird aber grundsätzlich gelten: Einmal Anhören genügt bei diesem Album definitiv nicht (im Gegensatz zu eigentlich allem anderen von den Onkelz), man muss sich das Ganze schon ein paar mal antun um sich damit anfreunden zu können - dann aber richtig, wie immer bei den Onkelz.

Schon gewusst?
"Ein böses Märchen" war Deutschlands erfolgreichstes Album des Frühlings 2000, den Platinstatus erreichte es schon nach zwei Tagen - und hätte ihn (etwas später) auch erreicht, ohne dass kurz zuvor die Anforderung dafür auf 300.000 verkaufte Platten herabgesetzt worden wäre. Aufgenommen wurde das Album nicht in den Drop Zone Studios der Onkelz, sondern in Irland, und die Onkelz wären bei den Aufnahmen beinahe in das Casting zu einem neuen Andrew Lloyd Webber-Musical im selben Studio geraten. Die Erstauflage der CD hat eine schwarze Unterseite.

Track´s
Onkelz 2000
Dunkler Ort
Exitus
Schutzgeist der Scheiße
Lüge
Knast
C'est la vie
Danke
Es ist wie es ist
Zuviel
Gesichter des Todes
Panamericana


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